Outlaws – Allies of the Schwyzers (Geächtete – Verbündete der Schwyzer)

(Deutsche Fassung am Ende des englischen Textes)

Prof. Sablonier mentions in the Gründungszeit ohne Eidgenossen what is obviously not taken into account in the historiography up to this time – that in the Battle of Morgarten not only an army of Waldstätters fought, but also a group of people hiding in the forests of Schwyz. Sablonier refers to an entry in Conrad Justinger’s chronicle of 1420, which refers to „Ähter“ and „Einunger“. From the context it can be concluded that this means „outlaws“, „persecuted“. This passage is so important that it should be reproduced in detail here:

Also zugent die von switz [mit irer macht u. mit 600 mannen, so si bi inen hattent von Ure] und von underwalden, und zugen uf den satteln und wollten da ir lant weren. Nu warent ein grosser harst ächter und einunger [Geächtete /Verfolgte und Sträflinge], die in die lantmark nit getorsten [wagten, getrauten] komen und sich under an dem berge in daz holtz versteckt hatten, und wollten iren fründen von switz ouch ze hilfe komen; und als die herren dahar zugen und den berg uf wolten in daz lant gen switz, do gedachten die gesellen, die einunger: koment die vigende für die lantmark in, dahin geturren [wagen, getrauen] wir nit komen; so ist üwer ding umbsus; und wurden ze rate, daz si nit vergebens da sin wolten, si wolten ouch lip und gut wagen, und mit guten steinen an si; indem zugen ouch die von switz mit ir paner harzu mit manlichem angriff und slugen und stachen in die vigende so mechtenklich; also hub sich grosse not, und wart da gros volk erslagen der vigenden. Also namend die [vigende] die flucht und vielen in den se, da gros volk inne ertrank. Also gabent die von switz dem krieg ein ende; won die sache also bestund ungerochen untz darnach über lang zit, daz ander fürsten von österich aber ir heil an den switzern versuchten, die ouch wening daran gewunnen.

(Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, Herausgeber Dr. G. Studer, Druck und Verlag K.J. Wyss, Bern, 1871)

It is probable that this is evidence of the involvement of fugitive Knights Templar. The propaganda machine of King Philip and his creatures like Nogaret and Imbert also ran at full speed. Everyone in the West should believe the accusations. It was the only way the gold and land theft could be talked into. An entry from Justinger’s chronicle also shows that this intention was fully successful. In the sense of the „money forging king“ it reports about the Templars. The crimes they were accused of were so serious (false faith, betrayal, murder) that their contemporaries could not label the Templars any differently than „Ähter“ and „Einunger“.

Daz der tempelorden zerstört wart.

In denselben ziten waz ein Orden in der Cristanheit, hies der tempelorden, und trugen roty crütz, und waz de mechtigost orden in der Cristanheit; die hatten heimlich valschen gelouben, und warent den heiden bistendig heimlich wo sie mochten. Die grossen morderye und verretrye wolt got nit me liden und kam für den babst; der schuf heimlich mit dem küng von frankenrich und andern fürsten, daz derselbe orden uf einen tag in aller der welte, wo derselbe orden waz in aller Cristanheit, wurden angegriffen und ertödet.

(Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, Herausgeber Dr. G. Studer, Druck und Verlag K.J. Wyss, Bern, 1871)

Justinger is an important source insofar as his entries around 1420 are still relatively close to the events and thus reflect a not yet too clouded view.

Deutsche Fassung:

Prof. Sablonier erwähnt in Gründungszeit ohne Eidgenossen, was in der Geschichtsschreibung bis zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht beachtet wird – dass in der Schlacht von Morgarten nicht nur ein Heer von Waldstättern kämpfte, sondern auch noch eine Gruppe von Menschen, die sich in den Wäldern von Schwyz versteckt hielt. Sablonier bezieht sich dabei auf einen Eintrag in Conrad Justingers Chronik von 1420. Von „Ähter“ und „Einunger“ ist da die Rede. Aus dem Kontext lässt sich schließen, dass damit „Geächtete“, „Verfolgte“ gemeint sind. Diese Stelle ist so wichtig, dass sie hier ausführlich wiedergegeben werden soll:

Also zugent die von switz [mit irer macht u. mit 600 mannen, so si bi inen hattent von Ure] und von underwalden, und zugen uf den satteln und wollten da ir lant weren. Nu warent ein grosser harst ächter und einunger [Geächtete /Verfolgte und Sträflinge], die in die lantmark nit getorsten [wagten, getrauten] komen und sich under an dem berge in daz holtz versteckt hatten, und wollten iren fründen von switz ouch ze hilfe komen; und als die herren dahar zugen und den berg uf wolten in daz lant gen switz, do gedachten die gesellen, die einunger: koment die vigende für die lantmark in, dahin geturren [wagen, getrauen] wir nit komen; so ist üwer ding umbsus; und wurden ze rate, daz si nit vergebens da sin wolten, si wolten ouch lip und gut wagen, und mit guten steinen an si; indem zugen ouch die von switz mit ir paner harzu mit manlichem angriff und slugen und stachen in die vigende so mechtenklich; also hub sich grosse not, und wart da gros volk erslagen der vigenden. Also namend die [vigende] die flucht und vielen in den se, da gros volk inne ertrank. Also gabent die von switz dem krieg ein ende; won die sache also bestund ungerochen untz darnach über lang zit, daz ander fürsten von österich aber ir heil an den switzern versuchten, die ouch wening daran gewunnen.

(Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, Herausgeber Dr. G. Studer, Druck und Verlag K.J. Wyss, Bern, 1871)

Dass es sich hierbei um einen Beleg für die Beteiligung von geflüchteten Tempelrittern handelt, ist wahrscheinlich. Die Propagandamaschine von König Philipp und seinen Kreaturen wie Nogaret und Imbert lief auch Hochtouren. Jeder im Abendland sollte den Anschuldigungen glauben. Nur so ließ sich der königliche Gold- und Landraub schönreden. Dass diese Absicht auf ganzer Linie aufging, zeigt ebenfalls ein Eintrag aus Justingers Chronik. In ihm wird ganz im Sinne des „Falschmünzerkönigs“ über die Templer berichtet. Die Verbrechen, deren sie darin bezichtigt werden, sind so gravierend (falscher Glaube, Verrat, Mord), dass die Zeitgenossen damals die Templer nicht anders als „Ähter“ und „Einunger“ abstempeln konnten.

Daz der tempelorden zerstört wart.

In denselben ziten waz ein Orden in der Cristanheit, hies der tempelorden, und trugen roty crütz, und waz de mechtigost orden in der Cristanheit; die hatten heimlich valschen gelouben, und warent den heiden bistendig heimlich wo sie mochten. Die grossen morderye und verretrye wolt got nit me liden und kam für den babst; der schuf heimlich mit dem küng von frankenrich und andern fürsten, daz derselbe orden uf einen tag in aller der welte, wo derselbe orden waz in aller Cristanheit, wurden angegriffen und ertödet.

(Die Berner-Chronik des Conrad Justinger, Herausgeber Dr. G. Studer, Druck und Verlag K.J. Wyss, Bern, 1871)

Justinger ist insofern eine wichtige Quelle, als er mit seinen Eintragungen um 1420 noch relativ nahe an den Ereignissen dran ist und damit eine noch nicht allzu getrübte Sicht wiedergibt.